Wissen, wo unser Trinkwasser her kommt

Blick ins Wasserwerk am Tag der Offenen Tür im September

Königs Wusterhausen – Muss Wasser, was hierzulande genießbar und selbstverständlich aus dem Hahn tropft, näher erläutert werden? Durchaus, und Wissensdurst lässt sich am besten am Tag der Offenen Tür und beim Blick hinter die Kulissen eines Wasserwerkes löschen. Am Tag der Offenen Tür sollten sich große und kleine Gäste bei herrlichem Spätsommerwetter rund ums Wasser schlau machen. Und am Abend wurde das 1913 errichtete Gebäude des Wasserwerkes in Eichwalde mit einer Lichtinstallation in malerischen Wasserfarben stimmungsvoll in Szene gesetzt.

„Wir hatten uns das Wasserwerk als Ort der Begegnung ausgesucht, weil dieses Gebäudeensemble mit seiner Geschichte sehr eng mit unserem Beruf, unserem Verband und der Region verbunden ist“, sagt Peter Sczepanski.

Im Eichwalder Wasserwerk regelt ein modernes Prozessinformations- und Leitsystem die vollautomatische Förderung des Rohwassers und dessen Aufbereitung zum Trinkwasser. Wie das funktioniert, war nicht nur für Technik Interessierte ein Motiv, um sich beim „Mein Wasserwerk – Licht-Fest“ für eine Führung durch das Wasserwerk zu begeistern. „Besonders möchten wir uns bei der Kommune Eichwalde, dessen Bürgermeister und bei unseren Gästen bedanken, den eigentlichen „Familienmitgliedern“, denen wir das Wasserwerk präsentieren wollten“, sagt Peter Sczepanski. Tatsächlich erhielten die Wasserwerker an jenem Freitag bei Sonnenschein von 14:00 bis 19:00 Uhr die ungebrochene Aufmerksamkeit. Und sie hatten auch alle Hände voll zu tun: Weit über 300 Besucher gingen den Weg des Wassers vom Brunnen über diverse wassertechnische Anlagen im Wasserwerksgebäude bis zur Zapfstelle nach.

Zum eigentlichen Fest gekommen waren deutlich mehr Gäste. „Der Andrang war bis zum Ende überwältigend. Sowohl bei den Besichtigungen als auch während der Vorträge haben wir gespürt, dass unsere Gäste genau zuhören, wie wir über Herkunft, Schutz, Förderung und Verteilung von Trinkwasser reden“, so Peter Sczepanski.

Insgesamt hat neben dem heiter stimmenden Wetter das sehr einladende Ambiente vor und auf dem Gelände des Wasserwerkes für eine schöne Atmosphäre bis weit in den Abend hinein gesorgt. Ebenso fanden Schminken, Geschicklichkeitsbaggern Hüpfen, und Wasserspielplatz ein begeistertes Publikum. Und nicht zuletzt trugen kulinarische Gaumenfreuden zur heiteren Stimmung bei wie die Moderation des regionalen Wildauer Radios SKW und die musikalische Begleitung aus Jazz, Folk und Schlager.

Besonders froh waren die Organisatoren des Familienfestes am Wasserwerk, dass sich das kommunale Leben mit seinen Verbände am MAWV Tag der offenen Tür ideenreich und bunt für das Wasser engagierte: „Wir haben uns über alle Beiträge gefreut, die ihre Verbundenheit zum Wasser auf unserem Fest zum Ausdruck brachten. Sei es der Eichwalder Gewerbeverein mit seinen Mitgliedsunternehmen oder die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr, die Technik, Sachverstand und persönlichen Einsatz mit Löschwasser zeigten. Der Heimatverein fand in seinen Archiven historische Fotos vom Wasserwerk und Wasserturm. Und Petris Jünger, deren Fang ja sehr von sauberen Gewässern an Dahme, Nuthe und Spree profitiert, wofür wir uns als Verband zuständig fühlen, ließen quicklebendige einheimische Fische im Aquarium schwimmen. So war rund ums Wasser für jeden war etwas dabei“, befindet Peter Sczepanski. Wasser gut, alles gut.

„Für die Lichtchoreografie, die noch nach dem Fest eine Woche lang jeweils am Abend zu sehen war, hatten wir die Wildauer Firma DieTech GmbH gewonnen, ein Handwerksunternehmen, das sich mit der Vernetzung von verschiedenen Gebäudewelten beschäftigt“, sagt Peter Sczepanski. Mit dem Lichtkonzept wollte der Wasserverband auch durchaus Anleihe am „Festival of Lights“ in der Berliner Nachbarschaft nehmen, zu dem jährlich im Oktober markante Plätze und Gebäude publikumswirksam und stimmungsvoll in Licht getaucht werden.

„Das Ensemble um das Wasserwerk ist für uns ein gutes Stück Heimat, das auf eine Initiative der Gemeindevertreter von Eichwalde zurückgeht“, resümiert der Verbandschef. „Am 3. November 1911 hatten diese den visionären Bau des Wasserwerkes in ihrer Gemeinde beschlossen. Heute muss man sagen, dies geschah in weiser Voraussicht, weil frisches Trinkwasser immer einer prosperierenden kommunalen Entwicklung zuträglich ist.“

In Eichwalde lebten im Jahr 1913 bereits über 2.000 Menschen. Die Kapazität des Wasserwerkes war, wie sich heraus stellte, auf die Zukunft ausgerichtet und für die Versorgung von 7000 Einwohnern in Eichwalde und Berlin bei einem täglichen pro Kopf Verbrauch von 100 Litern Trink- und Brauchwasser bestimmt.

Über 100 Jahre später ist dieser Fakt im Leben der heute rund 6.000 Einwohner zählenden Gemeinde Eichwalde so selbstverständlich, wie für über 60.000 Menschen, die in ihren Kommunen über das Trinkwasserverbundsystem mit dem kühlen Nass aus dem Eichwalder Grundwasserreservoire versorgt werden.

Peter Sczepanski
Verbandsvorsteher

Fotos: André Beck

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