Kleinerer Zuschlag findet Zustimmung

MAWV diskutiert mit Gartenfreunden über die dezentrale Entsorgung

Königs Wusterhausen, 18. September – In Kleingärten und Wochenendsiedlungen bringt Wasser nicht nur Beete zum Blühen und Herbstfrüchte zum Reifen. Wohin bitte mit dem Schmutzwasser? Für Garten- und Siedlerfreunde, die Abwasser nicht in einen Kanal, sondern in eine Sammelgrube einleiten, minimiert sich der Zuschlag für Kleinfahrzeuge bei der Fäkalienabfuhr. Der Verband hat einen Preisnachlass für diesen Service verhandelt. Er kostet in Kleingärten rückwirkend zum 1. Januar 2018 nur noch 39,00 Euro statt 61,20 Euro pro Abfuhr.

Seit diesem Jahr organisiert der MAWV das Einsammeln und Behandeln von Schmutzwasser aus Kleingartenanlagen. Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielten regionale Fachfirmen den Zuschlag. Auch die Gebühren wurden neu kalkuliert. Nicht immer zur Zufriedenheit von Kleingärtnern: Die neue Gebührensatzung sieht vor, dass zusätzliche Leistungen, sei es für Schlauchlängen über 40 Meter, Mindermengen oder notwendige Kleinfahrzeuge, berechnet und nicht über die Mengengebühr auf alle umgelegt werden.

70 Garten- und Siedlerfreunde im gleichnamigen Kreisverband Dahme-Spreewald e.V. trafen am 15. September Peter Sczepanski und Otto Ripplinger, um sich aus erster Hand zur Schmutzwassergebührensatzung zu erkundigen, die der MAWV auf der Verbandsversammlung am 30. August aktualisiert hatte. Bei allem, was auf dem weiten Feld von Wasser und Abwasser geschieht, ist der Zweckverband dem Kostendeckungsprinzip treu, bekräftigten Verbandsvorsteher und Kaufmännischer Leiter. „Aufwände sind durch Einnahmen, beispielsweise durch Gebühren, zu refinanzieren“, sagt Otto Ripplinger.

Die höheren Gebühren der dezentralen Entsorgung sind das Ergebnis der Ausschreibung. Die Berechnung nach dem Prinzip der Inanspruchnahme von Sonderleistungen bewirkt jedoch, dass der Mengenpreis pro entsorgten Kubikmeter geringer gehalten werden kann. Obwohl der Verband an geschlossene Verträge gebunden ist, sind die Preise nicht in Stein gemeißelt, wie die nachverhandelte und angepasste Zulage für den Einsatz von Kleinfahrzeugen zeigt.

Die Verbandsleitung schlug vor, die Zahlen zur Fäkalienabfuhr in den kommenden Wochen zu überprüfen. „Wenn wir sehen, dass sich Kostenstrukturen weiter optimieren lassen, werden wir der Verbandsversammlung eine Änderung der Gebührensatzung vorschlagen“, stellte Peter Sczepanski in Aussicht. Eigentümer können selbst Kosten senken, wenn sie an der Grundstücksgrenze Anschlussstutzen anbringen, womit lange Schläuche kürzer und das Abpumpen von Gruben leichter werden. Die zweistündige Diskussion drehte sich weiter um Termintreue der Entsorgungsunternehmen, transparente Abrechnungen und Differenzen bezüglich der Abfuhrmengen. Der MAWV prüft in der Perspektive, ob die Fäkalentsorgung in eigener Regie erfolgen kann. Zunächst sind jedoch die geltenden Verträge bindend. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes, Wolfgang Krüger und Peter Sczepanski verabredeten, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.

Katja Klinner
Öffentlichkeitsarbeit

Zurück