Unwetterwarnung im Verbandsgebiet

Getrennte Kanäle für Schmutz- und Regenwasser

... bei einem Unwetter sind Abwasserkanäle und Reinigungsanlagen stark belastet.

Königs Wusterhausen, 10.07.2017 – Für Berlin / Brandenburg hat der DWD eine Unwetterwarnung herausgegeben: Starkregen, Sturmböen, Hagel - das Verbandsgebiet bleibt vom turbulenten Wetter nicht verschont. Örtlich soll heftiger Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit bzw. 35 bis 60 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden auftreten. Lokal eng begrenzt seien extrem heftiger Starkregen über 40 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde bzw. über 60 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden nicht ausgeschlossen, meldet der Deutsche Wetterdienst.

Doch wohin mit einem Zuviel an Regen, wenn wie am 29. Juni in Königs Wusterhausen, Wildau, Bestensee und in anderen Orten starker Regen Keller überflutet und Straßen unter Wasser setzt? Das Brandenburgische Wassergesetz sieht vor, Regenwasser auf dem Grundstück, in geeigneten Bauwerken wie Schächte und Rigolen zu versickern, um es im Gewässerhaushalt zu belassen. Eine lokale Speicherung und Regenwassernutzung bis hin zum verzögerten Ablauf über Stauräume, sogenannte Entlastungsbauwerke sind neben der klassischen Ableitung in Seen und Fließgewässer die gängigen Wege.

Im Verbandsgebiet wird Regenwasser zudem über eine vom Schmutzwasser separat konzipierte Anlage entwässert. Gelangt die Aufnahmekapazität der Regenwasserkanälen bei Starkregen an ihre Grenze, ist der Kanal buchstäblich voll, sucht sich Regen an der Oberfläche seinen Weg und fließt über Kanaldeckel in die Schmutzwasserkanäle, die nicht für diese Aufnahme und Ableitung errichtet wurden.

"Wer Regenwasser anstatt in Regenwasserkanäle, Sickerschächte oder Rigolen direkt in Abwasserkanäle einleitet, begeht kein Kavaliersdelikt", erläutert der Verbandsvorsteher. Eine gezielte Einleitung von Regenwasser in den Schmutzwasserkanal ist verboten und wird geahndet, weil es den Betrieb der Schmutzwasserableitungsanlagen gefährdet. Trifft das durch Fremdwassereinträge stark verdünnte Schmutzwasser im Schwall im Klärwerk ein, werden die für die biologische Reinigung hilfreichen Bakerien aus den Reinigungsbecken geschwemmt, was wiederum die Funktion der Kläranlage empfindlich stört. Jeder Kubikmeter Regenwasser, der absichtlich in Schmutzwasserkanäle eingeleitet wird, beschert zusätzliche, durch die Allgemeinheit zu tragende Reinigungskosten.

Peter Sczepanski
Verbandsvorsteher

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