Trinkwasser im MAWV-Versorgungsgebiet einwandfrei

Der MAWV unterstützt Anstrengungen für eine saubere Spree

Die Trinkwasserqualität im Versorgungsgebiet des MAWV ist bislang von kritischen Eisen- und Sulfat-Frachten verschont geblieben. Infolge der mit dem Braunkohlenbergbau verbundenen Grundwasserabsenkung im Lausitzer Revier führt die Oxidation von Sulfiden – im Boden vorkommende Eisen-Schwefel-Mineralien wie Pyrit und Markasit – zu einer Zunahme von gelöstem Sulfat im Grundwasser und im verbundenen Oberflächenwasser, wenn das Grundwasser wieder ansteigt. „Angesichts der Stoffströme und der Größe des Einzugsgebietes von rund 1.400 Quadratkilometern werden die Herausforderungen für Wasserwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten deutlich“, resümiert MAWV Verbandsvorsteher Peter Sczepanski. Im MAWV-Verbandsgebiet ist die Qualität der Oberflächengewässer ein Früh-Indikator, denn im Wasser gelöstes Sulfat wirkt bei hohen Konzentrationen betonkorrosiv und durch erhöhte osmotische Belastung toxisch auf im oder auf dem Sediment lebende Wirbellose, Fische und Kieselalgen. Eisenschlämmen legen sich bereits bei niedrigen Konzentration – Eisen-gesamt > 1,8 mg/l; Eisen(II)-gelöst > 0,15 mg/l –im sensiblen Fluss-Ökosystem einer langsam fließenden Spree und in deren Nebengewässern wie ein Leichentuch auf alles Flussleben.

Auf der Fachkonferenz der Brandenburgischen Wasserakademie e. V. „Ocker-Spree“ am 13. September 2016 im Schloss Lübbenau stellte Dr. Wilfried Uhlmann vom gleichnamigen Dresdner Institut für Wasser und Boden eine Stoffbilanz von Sulfat und Eisen in der Spree vor: Demnach lag die Sulfat-Bilanz 2014 in der Spree von Lieske bis Lübben bei 227.000 Tonnen im Jahr, die mittlere Eisen-Bilanz 2010 – 2015 lag in diesem Abschnitt der Spree bei 14.090 Kilogramm pro Tag.

„In der Dahme beobachten wir die Sulfat-Konzentration sehr aufmerksam. Einen gesetzlichen Grenzwert in Fließgewässern gibt es nicht. Bei Trinkwasser, das im Verbandsgebiet in acht Wasserwerken aus Grundwasser gewonnen wird, setzt die Trinkwasserverordnung bei dauerhaftem Konsum einen Grenzwert von 250 Milligramm pro Liter als unbedenklich für die menschliche Gesundheit an“, sagt Peter Sczepanski. „Um die Einhaltung des Sulfat Grenzwertes im Trinkwasser sicher zu stellen, haben wir das Monitoring des anströmenden Grundwassers erhöht. Der Verband steht zudem im regelmäßigen Informationsaustausch mit den zuständigen Fachbehörden des Landkreises und des Landes.“

Peter Sczepanski
Verbandsvorsteher

Lausitzer Eisenaustrittsquellen vor dem Spreewald
Lausitzer Eisenaustrittsquellen vor dem Spreewald

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