Pumpen: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

MAWV und Gemeinde Kolkwitz untersuchen energetisch optimale und klimaschonende Ableitung von Niederschlags- und Abwasser.

Königs Wusterhausen, 13.06.2016  –Der MAWV und die Gemeinde Kolkwitz verfolgen gemeinsam ein Konzept, um Niederschlags- und Abwasser energetisch optimiert zu transportieren. „Jede Kilowattstunde weniger beim Pumpen von Abwasser ist ein Beitrag zum Klimaschutz. In einem innovativen Klimaschutz-Teilkonzept haben wir Antrag auf Förderung gestellt“, berichtet Falko Börnecke, Technischer Leiter. Die beiden Antragsteller weisen zudem auf Szenarien hin, wie sie bei Starkregenereignissen in Flächenländern eintreten: Niederschlagsbedingtes Fremdwasser in der Schmutzwasserkanalisation verursacht überlastete Pumpwerke, Rück- und Überstausituationen.

Auf 810 km2 bewirtschaften MAWV und die Gemeinde Kolkwitz ein Kanalsystem für Schmutzwasser, dessen Überleitung zu Kläranlagen über ein Pumpwerk-Verbundsystem mit über 230 Pumpwerken, davon 13 Hauptpumpwerke, organisiert ist. Der Energieverbrauch ist hier im Vergleich zum Gesamtbetrieb der Abwasserentsorgung erheblich. Anteil haben lange Transportwege und Reibungsverluste. Im Betrieb der Abwasserableitung können Energieaufwand und Treibhausgasemissionen gesteuert werden, was hohe Erwartungen an Vermeiden und Regeln des Fremdwassereintrages weckt.

Die Abwasserableitung – mit Ausnahme innerstädtische Bereiche – wird mit einem Kanal-Trennsystem organisiert. Niederschlagswasser versickert entweder vor Ort oder wird über die Regenwasserkanalisation abgeleitet. Niederschlagswasser gelangt jedoch auch über Lüftungsöffnungen und Schachtdeckel in die Schmutzwasserkanäle, bei starkem Regen erhöht sich der Trockenwetterabfluss um ein Vielfaches.

„Eine diskontinuierliche Förderung führt zudem zu energetisch nicht optimalen Betriebszuständen“, sagt Falko Börnecke, der für die Optimierung im Pumpwerksystem plädiert: „Eine intelligente Regelung der Einzelpumpwerke kann den Energieverbrauch im zweistelligen Prozentbereich senken.“ Eine Steuerung von Pumpen im Verbund minimiert zudem eine gleichzeitige Förderung auf eine Druckleitung. Das Klimaschutz-Teilkonzept analysiert Schwachstellen bei der Einleitung des Niederschlagwassers in das Abwassersystem.

Falko Börnecke
Technischer Leiter, MAWV

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