Kundeninformation: Urankonzentration im Wildauer Wasserwerk: Keine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung

Am 15. August 2014 ergab eine Laboranalyse im Wasserwerk Wildau eine erhöhte Uran-Konzentration des Reinwassers am Wasserwerksausgang. Der Wert lag dabei minimal über dem gesetzlichen Grenzwert. Alle Folgeanalysen am Wasserwerksausgang befanden sich wieder unter dem Grenzwert. Der Märkische Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) stellt fest: Zu keiner Zeit bestand eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung. Dies geht auch aus der Antwort der brandenburgischen Landesregierung vom 29. September 2014 auf eine Kleine Anfrage – Drucksache 5/9507 – und der offiziellen Pressemitteilung des Landkreises Dahme Spreewald vom 8. Oktober 2014 hervor.

Was war passiert?

Bei einer der routinemäßigen Kontrollen des Reinwassers wurde in der Probe vom 15. August 2014 eine Urankonzentration von 0,0110 Milligramm pro Liter (mg/l) analytisch festgestellt. Diese Konzentration lag damit leicht über dem zulässigen Grenzwert von 0,0100 mg/l. Der Verband leitete unmittelbar nach Bekanntwerden der Überschreitung Maßnahmen ein. So wurde unter anderem der Rohwasserbrunnen mit den höchsten Uranwerten vorsorglich vom Netz genommen und die Einspeisung des Wildauer Wasserwerks heruntergefahren. Weitere Grenzwertüberschreitungen gab es seitdem nicht mehr. Der letzte gemessene Wert vom 2. Oktober 2014 am Werksausgang lag mit 0,0063 mg/l deutlich unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung.

Wer war betroffen?

Das Wasserwerk Wildau wurde in der Zeit von 7 bis 21 Uhr betrieben. In dieser Zeit wurden die Bereiche Hoherlehme, Röthegrund, Waldsiedlung und Gewerbegebiete an der A10 der Stadt Wildau mit Trinkwasser aus diesem Wasserwerk versorgt. Lediglich diese Bereiche waren von der einmaligen Grenzwertüberschreitung betroffen.

Welche Bedeutung hat der Grenzwert?

Als erstes und einziges Land der Europäischen Union hat Deutschland im Jahr 2011 einen Grenzwert für das Schwermetall Uran im Trinkwasser eingeführt. Die Einführung eines Grenzwertes für Uran im Trinkwasser wurde aus
Vorsorgegründen getroffen und dient vor allem dem Schutz vor der chemischen Nierentoxizität von Uran. Mit 0,0100 mg/l entspricht der Uran-Grenzwert einem gesundheitlich duldbaren Höchstwert für die lebenslange Aufnahme über das Trinkwasser und ist der weltweit schärfste. Dieser bietet allen Bevölkerungsgruppen (einschließlich Säuglingen und Kleinkindern) gesundheitliche Sicherheit vor möglichen Schädigungen durch Uran im Trinkwasser. Die Radiotoxizität von Uran ist im Konzentrationsniveau des Grenzwertes nicht von Belang. Sie besitzt nach Information des Umweltbundesamtes erst ab einer Konzentration von 0,0600 bis 0,0900 mg/l eine gesundheitliche Bedeutung. Im Übrigen gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Uran-Leitwert von 0,0150 Milligramm pro Liter Trinkwasser als „gesundheitlich lebenslang duldbar“ vor. Der am 15. August 2014 gemessene Uran-Wert am Werksausgang in Wildau lag somit unter dem Leitwert der Weltgesundheitsorganisation.

Wer überwacht unser Trinkwasser?

Das über das öffentliche Wasserversorgungssystem den Kunden des MAWV zur Verfügung gestellte Trinkwasser wird einer ständigen Kontrolle gemäß den Vorgaben der Trinkwasserverordnung unterzogen. Dabei werden auch aktuelle Erkenntnisse zur Beschaffenheit der Grundwasserressource berücksichtigt. Das vom Wasserwerk Wildau in das Versorgungsnetz abgegebene Reinwasser wird zwei Mal pro Woche am Werksausgang auf Uran analysiert. Die Untersuchungsergebnisse werden laufend vom Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald geprüft.

Worin liegen die Ursachen für die Uran-Belastungen in Wildau?

Bislang gibt es dazu eine vorläufige Hypothese, die noch weiterer Untersuchung bedarf: Die Grundwasserressource des Wasserwerkes Wildau erstreckt sich anteilig nach Westen in den Bereich der ehemaligen Rieselfelder bei Deutsch Wusterhausen. Das im Wildauer Reinwasser festgestellte Uran stammt vermutlich aus Phosphaten, die als Bestandteile von Waschmitteln mehr als 40 Jahre lang mit dem Abwasser auf die Rieselfelder ausgebracht wurden. Uran ist ein natürlicher Begleitstoff von Phosphaten.

Welche weiteren Maßnahmen ergreift der MAWV?

Zunächst: Das vom Wildauer Werk gelieferte Trinkwasser ist für den menschlichen Organismus völlig unbedenklich. Die intensive Untersuchung der Urankonzentration am Werksausgang und im Trinkwassernetz wird fortgesetzt. Im Vorfeld des Wasserwerkes werden Untersuchungen zu den möglichen Ursachen des Uraneintrages durchgeführt. Die Einstellung des Betriebs des Wasserwerks ist bislang nicht vorgesehen. Es werden unterschiedliche und langfristige technologische Lösungen und deren wirtschaftlichen Auswirkungen geprüft.

Wie informiert der MAWV seine Kunden?

In erster Linie über die Märkische Wasser Zeitung, die der Verband seit 1996 alle drei Monate gemeinsam mit seinen Nachbarverbänden und seine Betriebsführungsgesellschaft DNWAB für seine Kunden herausgibt. In der Septemberausgabe wurde auf der Titelseite der Publikation auf die erhöhten Urankonzentration hingewiesen.

Außerdem informiert der MAWV regelmäßig in Pressegesprächen über seine Arbeit – zuletzt am 13. August 2014 mit Vertretern der lokalen Medien. Hierbei wies Verbandsvorsteher Peter Sczepanski auch ausdrücklich auf die Uran-Problematik im Wildauer Werk hin.

Der MAWV wird ab Oktober 2014 auf seiner Internetseite regelmäßige Informationen zum Thema Uran im Wasserwerk Wildau bereitstellen.

Verweise

Anmerkung:

Weitere Informationen können Sie vom Technischen Leiter des MAWV, Herrn Falko Börnecke, Telefon 03375 25 68 821, erfahren.

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