Klimaschutz im Wasserverband – Energiequelle Abwasser

Königs Wusterhausen – Der MAWV prüft, im Versorgungsgebiet Wärme aus Abwasser sinnvoll für energetische Zwecke zu nutzen. Die Untersuchung findet im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt statt und wird zu 50 Prozent aus dem Förderprogramm „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative“ finanziert. „Wir wollen wissen, welche Energiealternativen wir unseren Mitgliedskommunen anbieten können“, sagt Verbandsvorsteher Peter Sczepanski.

Neben Abwassersystemen betrachtet der Verband kommunale, gewerbliche und industrielle Gebäude in den Mitgliedskommunen, um Energie-Dargebote der Abwasserseite und deren mögliche Nutzer zusammen zu bringen. Die Firma e.qua Services GmbH ist beauftragt, den Energiebedarf kommunaler Gebäude in den Mitgliedskommunen sowie von Gebäuden mit industrieller und gewerblicher Nutzung zu erheben, Treibhausgasemissionen und Einsparpotenziale zu berechnen und zu analysieren. e.qua Geschäftsführer Andreas Koschorreck sieht gute Chancen, auf dieser Grundlage im Verbandsgebiet die Energieeffizienz in Gebäuden und den Einsatz erneuerbarer Energien gezielt zu entwickeln. Ziel ist, über den Klimaschutz regionale Werte zu schaffen.

„Unsere wasserwirtschaftlichen Anlagen, und eine Abwasser-Druckleitung fällt unter diese Kategorie, haben das Zeug, um in neue Energiekonzepte beispielsweise für intelligente, dezentral organisierte Energiesysteme in der Region eingebunden zu werden“, so Peter Sczepanski. Denkbar sind Szenarien in Königs Wusterhausen, Wildau, Zeuthen, Eichwalde, Schulzendorf und Schönefeld.

Die Wärmerückgewinnung von Abwärme aus Niedertemperaturquellen ist Stand der Technik. Moderne Adsorptions-Kältemaschinen und Wärmepumpen werden in ein Gesamtsystem und im Zusammenspiel mit Energiesenken (Wärme-, Kälte- und Stromsenken) eingesetzt, um Abwärme nicht ungenutzt verpuffen zu lassen. Ein Beispiel hierfür liefert der MAWV, der in Schenkendorf die Abwärme aus einer Abwasserdruckleitung gebäudetechnisch nutzt. Die moderne Wärme- und Kälteversorgung durch Abwasser kommt dem Büroteil des neuen MAWV Funktionsgebäudes ganzjährlich zugute.

An diesem Standort laufen verschiedene Abwasser-Druckleitungen aus der Region zusammen. Hier gibt es eine Fäkalien-Annahmestelle für Abwässer aus Haushalten, die noch nicht an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen sind oder angeschlossen werden können.

Die in Schenkendorf ankommenden Abwässer werden über eine Druckrohrleitung zum Klärwerk Waßmannsdorf gepumpt. An einer der zuführenden Leitungen wird Abwasserwärme in einem zwanzig Meter langen Doppelrohr-Wärmeübertrager über ein Fluid ausgetauscht. Bereits ein Temperaturdelta von zwei bis drei Grad Celsius von Abwasser und Fluid ist für Gas- und Absorptionswärmepumpen ausreichend, um im Winter Gebäude zu beheizen und im Sommer Raumwärme über das Abwasser abzuführen. Auf diese Weise spart der MAWV in Schenkendorf jährlich 29.000 Kilowattstunden ein, das sind immerhin 6,4 Tonnen des Klimagases CO2, die weniger in die Atmosphäre gelangen.

Peter Sczepanski
Verbandsvorsteher MAWV

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