1. Brandenburger Sanierungstag (3. März 2016)

Grabenlose Technologien für Sanierung und Instandhaltung

In der brandenburgischen Siedlungswasserwirtschaft verlagert sich der Fokus von großen Investitionen in die technische Infrastruktur hin zu Aufgaben der Instandsetzung und Sanierung: 65 % des hiesigen Kanalnetzes sind nach 1990 entstanden, 15 % wurden im Zeitraum von 1961 bis 1989 errichtet. In den nächsten 15 Jahren ist zwischen Elbe, Havel und Spree mit steigendem Sanierungsbedarf zu rechnen. Analoges gilt für die Trinkwassernetze. Gleichwohl der überwiegende Teil der Aufgabenträger von geringen Wasserverlusten ausgeht, dürfte das mittlere technische Rohrnetzalter zwischen 20 und 65 Jahren, der Mittelwert bei 35 Jahren liegen. Um Substanzverzehr und unkalkulierbare Reparaturen zu vermeiden, veranschlagen einschlägige Quellen Erneuerungs- und Sanierungsraten von 1,3 bis 2,2 % pro Jahr*. Unter dem Strich zieht dies Investitionen nach sich, die klug und im Sinne einer bestmöglichen Versorgungs- und Betriebssicherheit eingesetzt werden sollen.

In verdichteten urbanen Ballungsräumen haben innovative Technologien und Materialien im grabenlosen Tunnelbau für Medien, Energie und Infrastruktur kostspielige Anwendungen der Superlative hervorgebracht. Jedoch maßgeblich für die Ausweitung des grabenlosen Leitungsbaus in Flächenländern sind verbesserte und weiterentwickelte Technologien und Verfahren. Vor diesem Hintergrund vermittelt der 1. Brandenburger Sanierungstag technischen Führungskräften in Wasser- und Abwasserverbänden und Betreibergesellschaften sowie Ingenieur- und Planungsbüros einen Einblick in grabenlose Instandhaltungs- und Sanierungsverfahren, die sich der Siedlungswasserwirtschaft in Flächenländern als Alternative anbieten.

Die Brandenburgische Wasserakademie lädt am 3. März 2016 in die BTU nach Cottbus ein, um eine breite Palette offener und grabenloser Technologien und Bauverfahren, die wirtschaftlich vergleichbar sind, gegenüber zu stellen und deren Einsatz zu diskutieren. Neben den direkten Kosten behandelt die Veranstaltung die indirekten Kosten einer nachhaltigen Planung, Bewertung und Vergabe einer Sanierung. Welche Verfahren ausführbar sind, wird letzten Endes am konkreten Fall und regional zu entscheiden sein.

Veranstaltungsort

Brandenburgische Technische Universität
Großer Hörsaal und Foyer
Platz der Deutschen Einheit 1
03046 Cottbus

* www.leitbildsiedlungswasserbb.de

Programm

8:30 Anmeldung und Registrierung
9:00 Keynote – Oberbürgermeister Cottbus; Holger Kelch
9:10 Keynote – Präsident der BTU; Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach (angefragt)
9:20 Keynote – Peter Sczepanski, Präsident Brandenburgische Wasserakademie;
„Bildungsauftrag und Sanierung von Infrastrukturen in der Siedlungswasserwirtschaft“

Sektion 1

Die Sektion 1 beschäftigt sich mit Regeln für Qualität und Zertifizierung, die bei einer ganzheitlichen Betrachtung von Investitionskosten und Wirtschaftlichkeit maßgeblich sind.

9:30 Dr.-Ing. Klaus Beyer, GSTT „Warum grabenlos sanieren?“
10:00 Dr. Dietmar Schmidt, Erfurt „Einfluss von Instandhaltungs- bzw. Rehabilitationsstrategie auf die Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit der Netze“
10:30 Kaffeepause

Sektion 2

Die Sektion 2 bietet Raum, um sich mit grabenlosen Technologien und Verfahren und deren Systemgrenzen zu befassen, die bei der Sanierung von Entwässerungssystemen zur Anwendung gelangen: Schachtsanierung, Schlauchlining und Co.

11:00 Wolf Schrader; HOBAS GmbH „Sanierung von großkalibrigen Abwasserkanälen mit GFK-Profilen“
11:40 Jörg-Christian Isert, GF Beton & Rohrbau 2.0 GmbH „Abwasserdruckleitung DN 500 – Instandhaltung, Sanierung – offene und geschlossene Bauweise“
12:20 Detlef Mähler, Aarsleff Rohrsanierung GmbH „Schlauchlining“ – Technikentwicklung der Familie der Schlauchliner und deren Einsatzmöglichkeiten
13:00 Mittagspause

Sektion 3

Typisch für Aufgabenträger, Betreibergesellschaften und Wasserverbände nicht nur in Brandenburg ist die Notwendigkeit der zyklischen Sanierung, Erneuerung, Reparatur der Trinkwassernetze: Wir präsentieren Best Practice Beispiele im Compact Pipe Verfahren und Horizontalspülverfahren.

14:00 Ernst Fengler, GF LMR Drilling GmbH; „Spülbohrverfahren“
14:45 Lutz Kretschmann, GF RSC Cottbus GmbH; „Compact Pipe Verfahren“
15:30 Zusammenfassung und Abschluss

Hintergrund

Die Brandenburgische Wasserakademie widmet sich Volks- und Berufsbildung, Förderung von Natur- und Umweltschutz sowie Wissenschaft und Forschung in der Siedlungswasserwirtschaft. Die Akademie wird gegenwärtig von 30 Mitgliedern getragen – natürliche und juristische Personen, darunter Wasser- und Abwasserverbände MAWV, WAL, WARL und LWG. Das Vereinsleben fördert eine wissenschaftlich theoretische und praktisch berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften. Die Akademie arbeitet im Austausch von Erfahrungen, Programmen und Dozenten mit Institutionen der beruflichen Weiterbildung, mit Universitäten und Fachhochschulen zusammen.

Die Akademie ist dem Gemeinwohl verpflichtet und bietet ihren Mitgliedern und Nichtmitgliedern eine kommunikative Plattform bei der Umsetzung des Leitbildes der zukunftsfähigen Wasserwirtschaft. Ihre Mitglieder fördern das bürgerschaftliche Engagement für Wasser- und Abwasserthemen im gesellschaftlichen Diskurs zu Umwelt, Raumordnung und Siedlungswasserwirtschaft sowie Gewässermanagement.

Kontakt / Akkreditierung

Brandenburgische Wasserakademie e.V.
T 03375 2568-823
F 03375 2568-826

info@wasserakademie.de
www.wasserakademie.de

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