Dahme-Düker entsorgt Schmutzwasser

Termine und Kosten im Griff beim Bau einer Abwasserleitung bei Niederlehme

Königs Wusterhausen, 21.12.2016 – Mit dem 16. Dezember hat der MAWV in Ergänzung eines vorhandenen Dükers bei Niederlehme eine neue Abwasser-Druckleitung (ADL) mit Dahme-Düker in Betrieb genommen. Das 242 Meter lange Rohrbauwerk wurde innerhalb von nur zwei Monaten errichtet. Die Druckleitung mit einem Durchmesser von 200 Millimeter unterquert den Fluss Dahme mit einer Länge von 45 Metern und erreicht unter der Gewässersohle eine Tiefenlage von 5,80 Meter. „Die neue Leitung ist in geschlossener Bauweise im Horizontal-Spülbohrverfahren errichtet worden, was erheblich weniger Aushub bedeutete, die Bauzeit verkürzte und umweltgerecht ist“, sagt Falko Börnecke, Technischer Leiter des MAWV. Die Druckleitung trägt den gewachsenen Anforderungen der Entsorgung von Schmutzwasser aus dem Gebiet östlich der Dahme und Niederlehme Rechnung. Für den Düker wurde PE-HD Material, ein Kunststoffrohr, eingesetzt und das Wire-Line-Verfahren verwendet, mit dem sich die Position des Bohrkopfes sehr präzise erfassen lässt. Die 150.000 Euro teure Investition wurde im Kostenrahmen und termingerecht fertiggestellt.

Hintergrund Horizontal-Spülbohrverfahren (HDD) / Wire-Line-Verfahren

Das unter einem engen Zeitplan zu realisierende Bauvorhaben im Horizontal-Spülbohrverfahren startete mit einer verzögerten Aufgrabungsgenehmigung: Eine einsturzgefährdete Radwegbrücke sollte zunächst durch die Stadt Königs Wusterhausen umgesetzt werden. Weiterhin durfte der Bestandsdüker nicht außer Betrieb gehen, um die Entsorgungssicherheit auch während der Bauphase zu gewährleisten. Eine Besonderheit der Querung der Dahme bestand im komplexen Genehmigungsverfahren, das in Abstimmung mit dem Bundesschifffahrtsamt erfolge. Gefordert war eine präzise Lagedokumentation. Zur Bestimmung der Positionsdaten befindet sich ein Navigationssystem im Bohrkopf, das Daten zum oberirdischen Empfangsgerät zu Lage, Neigung und Stellung überträgt. Dies erfolgt prinzipiell über zwei Wege: mit einem elektromagnetischen Feld durch das Erdreich, im so genannten Walk-Over-Verfahren oder mit einem Kabel, das sich im Hohlraum des Gestänges befindet. Diese Vorgehensweise ist unter dem Wire-Line-Verfahren bekannt.

Falko Börnecke
Technischer Leiter MAWV

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