Dialog zum Siedlungswasser

Bürgermeister im Gespräch mit Amtskollegen

Königs Wusterhausen, 15.02.2017 – „Deutschland und Brasilien spielen nicht nur gut Fußball, auch in der Siedlungswasserwirtschaft gibt es bemerkenswerte Anknüpfungspunkte“, sagt Peter Sczepanski im Anschluss an ein Gespräch mit Bürgermeistern aus Brasilien. Auf Einladung der Konrad Adenauer Stiftung stellte der MAWV im Rahmen eines Studien- und Dialogprogramms die Aufgaben und die Organisation der kommunalen Siedlungswasserwirtschaft vor.

„Im Unterschied zum MAWV, der sein Trinkwasser überwiegend aus Grundwasser gewinnt, bereiten die brasilianischen Städte, mit deren Bürgermeisterin und Bürgermeistern wir sprechen konnten, Oberflächenwasser aus Flüssen zu Trinkwasser auf. Eine Desinfektion unter Zugabe von Chlor ist bei dieser Aufbereitung unvermeidbar. Gelangt ungereinigtes Abwasser direkt oder indirekt  in die Vorflut und damit in den Wasserkreislauf, sind hygienisch bedingte Gefährdungen der Gesundheit durch verunreinigtes Trinkwasser nicht nur am Amazonas unausweichlich“, benannte Peter Sczepanski als gemeinsames Handlungsfeld den Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers vor Verunreinigung.

Im Gespräch, an dem die Bürgermeister aus Eichwalde, Bernd Speer und Schulzendorf, Markus Mücke sowie der Amtsdirektor Unterspreewald, Jens-Hermann Klein teilnahmen, kamen die im Verbandsgebiet gemachten Erfahrungen insbesondere bei der Gestaltung des Kanalsystems im ZEWS Gebiet (Zeuthen, Eichwalde, Wildau und Schulzendorf) zur Sprache.

Die Gesprächspartner diskutierten Vor- und Nachteile von Herangehensweisen bei Organisation, Betrieb und Finanzierung der Daseinsvorsorge mit Trinkwasser und Entsorgung von Abwasser. Während sich in Brandenburg Verbände auf kommunaler Ebene entwickeln, ist in Brasilien die Wasserversorgung innerhalb von Flußeinzugsgebieten organisiert. „Im Kern haben wir die gleichen Aufgaben zu lösen“, kommentiert Peter Sczepanski das Treffen.

„Unsere brasilianischen Gäste aus Santarém, Francisco Nélio AGUIAR; Taquarituba, José Clóvis DE ALMEIDA; Registro, Gilson Wagner FANTIN; Campo Alegre / Alagoas, Pauline de Fátima PEREIRA; sind als Bürgermeister verantwortlich für eine sichere und wirtschaftliche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in ihren Städten. Herr Dr. Jose Mario BRASILIENSE CARNEIRO leitet in São Paulo die „Werkstatt für Kommunalpolitik“.

„Selbst wenn Brasilien nicht zu unseren unmittelbaren Nachbarn gehört, wurde klar, Themen und Herausforderungen im Siedlungswasser sind vergleichbar“, so Peter Sczepanski.

Peter Sczepanski
Verbandsvorsteher

Deutsch-Brasilianischer Dialog zum Siedlungswasser

Brasilianische Bürgermeister beim MAWV (670,7 kB)

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