Schmutzwasser

Darauf kann sich jeder verlassen: Schmutzwasser, das den Haushalt verlässt, wird fachgerecht und hygienisch sicher entsorgt. Es wird gesammelt, abgeleitet, behandelt und trägt Namen wie Abwasser (Schmutzwasser und Niederschlagswasser) oder Fäkalwasser. Abwasser ist ein gebrauchtes Gut, das gereinigt in den Kreislauf des Wassers wieder zurückkehren soll.

Dieser Gedanke bestimmt beim Schmutzwasser das Handeln des MAWV, der vor allem zwei Grundsätzen folgt: Erstens geht es um eine ordnungsgemäße Ableitung des gebrauchten Wassers. Das war nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Mitte der 90er Jahre unterschied sich die Menge, die als Trinkwasser zu den Kunden floss, erheblich von der Menge an Schmutzwasser, die in Kläranlagen zur Reinigung befördert wurde.

Leistungspass Schmutzwasser

Entsorgte Einwohner

106.828

Abwasser-Hausanschlüsse 32.217
Anschlussgrad 95,9 %
Kläranlagen 2
Pumpwerke 328
Länge des Kanalnetzes 536,3 km
Druckleitungen 282,4 km
Vakuumleitungen 50,0 km
Abgeleitete Jahresmenge 5,14 Mio. m³
Anlagenbestand rund 200 Mio. EUR

Stand: 30. Januar 2017

Die frühere Situation mit kleinen mechanischen Kläranlagen, teilweise undichten Sammelgruben und darüber hinaus einer großen Dunkelziffer an unzulässigen Direkteinleitungen von Schmutzwasser in die Umwelt stellte auch gesundheitlich ein großes Risiko dar. Allein in den S-Bahn-Gemeinden Zeuthen, Eichwalde, Wildau und Schulzendorf versickerten pro Jahr rund 600.000 m³ Fäkalwasser in den Boden und speziell der Zeuthener See kämpfte ums Überleben.

wieder ökologisch intakt – der Notte-Kanal
Dank ordnungsgemäßer Abwasserableitung heute wieder ökologisch intakt – der Notte-Kanal, der bei Königs Wusterhausen in die Dahme mündet.

Fast 96 Prozent der Bürger am Kanal

Investitionen
Sage und schreibe 345,5 Mio. Euro hat der kommunale Verband aus Königs Wusterhausen in 20 Jahren in Anlagen und Netze investiert.

Heute sorgen moderne Kläranlagen für eine umweltgerechte Entsorgung, die den natürlichen Wasserkreislauf in der Region für die folgenden Generationen bewahrt. So investierte der MAWV in den vergangenen 20 Jahren insgesamt knapp 263 Mio. Euro in ein dichtes Kanalnetz von rund 860 km Länge und mehr als 1.000 Pumpwerke. Derzeit leiten im Gebiet des MAWV fast 96 Prozent der Bürger (Mitte der 1990er Jahre waren es weniger als 40 Prozent!) ihr „gebrauchtes Wasser“ in den Kanal und der restliche Teil findet per Fahrzeug den Weg zur Abwasserbehandlung.

Damit wäre der zweite Grundsatz angesprochen, die Reinigung. Wiederaufbereitung oder eben Behandlung des Schmutzwassers. Wasser wieder in seinen ursächlichen chemischen und physikalischen Zustand zu versetzen bedarf gut ausgebildeter Fachleute und modernster Technologien. Bedingungen, die mit großen Kosten verbunden sind und die manchen Abwasserzweckverband bis heute in eine finanzielle Schieflage gebracht haben. Deshalb beschritt der MAWV nach vielen Diskussionen einen eigenen Weg, nämlich für seine Schmutzwasserreinigung die Erfahrungen und das technische Know-how der Berliner Wasserbetriebe zu nutzen.

Da bereits zu Zeiten der Verbandsgründung geschickt verhandelt wurde, konnten in dem langjährigen Überleitungsvertrag mit den Wasserbetrieben Kosten im Vergleich zu einer eigenen Anlage gespart werden und man sicherte sich auf der Kläranlage Waßmannsdorf Reinigungsleistungen der Spitzenklasse. Übrigens wurde dieser Vertrag jüngst bis 2029 verlängert. Heute liegen die Gebühren im MAWV-Kerngebiet mit 2,94 Euro/m³ unter dem Durchschnitt in Brandenburg.

Natur profitiert von der Verbandsarbeit

Graureiher (Ardea cinerea)
Majestätisch „thront“ der Graureiher (Ardea cinerea) im Naturpark Dahme-Heideseen.

Wer sich von den Ergebnissen der qualitätsgerechten Entsorgung des Schmutzwassers einmal überzeugen möchte, lenkt seine Schritte am besten in den Naturpark Dahme-Heideseen, auch „Park der 100 Seen“ genannt. Denn 100 glasklare Seen geben dem knapp 600 km² großen Schutzgebiet sein unverwechselbares Gesicht — daran hat der MAWV keinen geringen Anteil.