Was ist preiswerter: Trinkwasser aus der Leitung oder Mineralwasser?

Ist Trinkwasser aus der Leitung nun preiswerter als Mineralwasser? Wenn Sie nach der Qualität urteilen, dann nimmt es Trinkwasser aus der Leitung mit allen Wässern auf. Beim Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Leitungswasser muss nicht jedem schmecken. Auch wenn sich kein einheitlicher Literpreis für Trinkwasser für alle Kunden im Verbandsgebiet pauschal quantifizieren lässt, bleibt Trinkwasser der preiswertere Durstlöscher. Weshalb das so ist, versuchen wir zu erklären:

Der direkte Vergleich hinkt

Deutschlandweit ist die Berechnung der Wasser- und Abwasserpreise und -gebühren von sehr vielen, höchst unterschiedlichen Parametern abhängig. Selbst der direkte Vergleich zwischen deutschen Städten und Gemeinden ist nur bedingt aussagekräftig oder sogar teilweise irreführend. Je nachdem, welche Ausgangsparameter für eine Vergleichsstudie gewählt werden, variieren die Ergebnisse zum Teil erheblich.

Verschiedene Rahmenbedingungen für Gebühren und Tarife

Bei der Gegenüberstellung von Gebühren und Tarifen zwischen zwei oder mehreren deutschen Städten wird oftmals fälschlicherweise angenommen, dass die Rahmenbedingungen in den Städten identisch sind. Wäre das der Fall, würde eine einfache Gegenüberstellung von Preisen und Gebühren einen Anbieter als besonders teuer ausmachen und einen anderen als besonders günstig. Diese Annahme ist falsch, da etliche Einflussfaktoren einen Preisvergleich beeinflussen. Deshalb gilt für alle Studien und Vergleiche: Je einfacher die angewandte Methodik, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis nicht zutreffend ist.

Wie sieht es im MAWV aus?

Da der MAWV öffentlich rechtlich organisiert ist, sprechen wir hier bei Trinkwasser von Gebühren, die sich aus zwei variablen Komponenten zusammensetzen, die wiederum von der Größe des Zählers, der Anzahl der Wohnungseinheiten und vom persönlichem Verbrauch und Nutzerverhalten abhängig sind. Die Grundgebühr deckt zum einen die fixen Kosten des Betriebes ab, die Mengengebühr orientiert sich an der bezogenen Menge Wasser in Kubikmetern.

Im Verbandsgebiet des MAWV bezahlen Kunden für Trinkwasser zur Grund- und Mengengebühr sieben Prozent Mehrwertsteuer, da Trinkwasser wie ein Lebensmittel besteuert wird. Die Einnahmen aus Grundgebühr und Mengengebühr müssen den Aufwand des Verbandes für die tägliche Versorgung mit Trinkwasser decken. So will es das Kommunalabgabengesetz. Dabei ist die Grundgebühr ein monatlich fester und die Mengengebühr ein variabler Betrag, der sich auf den tatsächlichen Wasserverbrauch bezieht.

Eine Tabelle zur Gebührenübersicht im MAWV finden Sie hier.

Unter dem Strich ist im MAWV Verbandsgebiet Trinkwasser preiswerter als Mineralwasser. Eine Möglichkeit, diese Behauptung zu stützen, ist die Betrachtung der Kennzahl „Gesamtaufwand je m3 Wasserabgabe“. Dieser Wert liegt im Land Brandenburg beim Mittelwert von 2,37 € für 1.000 Liter Trinkwasser. Das bedeutet: Ein Liter Trinkwasser kostet gerade einmal beim Mittelwert 0,237 Cent.

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